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Schade daß sie eine Hure war

Oper in 5 Akten nach dem Schauspiel “Tis Pity She’s A Whore” von John Ford

Musik von Anno Schreier

Libretto von Kerstin Maria Pöhler

Uraufführung Deutsche Oper am Rhein, Düsseldorf 16. Februar 2019

Im Zentrum der Oper steht die Liebesbeziehung der Zwillingsgeschwister Annabella und Giovanni. Umgeben von einer moralisch verkommenen Gesellschaft, fühlen die beiden sich unweigerlich zueinander hingezogen. Ihre Liebe steigert sich zur Obsession und scheitert schließlich an Eifersucht und Narzissmus Giovannis – und an einer feindlichen Umgebung, in der Werte wie Liebe und Moral nur dem äußeren Schein nach bestehen.

Was ist die Liebe? Ein Aufgehen im Anderen bis hin zur Selbstaufgabe? Ein Sichfinden im Anderen bis hin zur egozentrischen Selbstbespiegelung? Eine Annahme des Anderen bis hin zur eifersüchtigen Inbesitznahme? Diese Fragen bestimmen die musikalische Entwicklung der Oper, in der die scheinbar ideale Zuneigung zweier sich auf das Haar gleichender Menschen zur zerstörerischen Raserei pervertiert. Und so beginnt das Stück zunächst in einer komödienhaften Leichtigkeit, doch aus der Verstrickung der Figuren und ihrer Gefühle entwickelt sich bald ein musikalischer Maelstrom destruktiv aufgeladener Affekte und obsessiver Emotionen. Je mehr sich die Geschwister aneinander klammern und nicht mehr voneinander loskommen, desto mehr verdichtet sich die Musik, die sich wie ein Strudel aus Hass und Rache um das Zwillingspaar zusammenzieht und alle in den Abgrund zieht – ein Sog der Zerstörung, aus dem es kein Entkommen gibt.

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